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Am Sonntag besuchte ich mit meinem Schätzchen Zavelstein.
Zavelstein ist vor allem jetzt im März eine Reise wert, weil die Zeit der Krokusblüte ist. In und um Zavelstein gibt es die die einzigen wilden Krokusse in Süddeutschland Seit einigen Jahren hat man die Wiesen rund um Zavelstein unter Naturschutz gestellt. Wer das beeindruckende Schauspiel der blauen Wiesenteppiche für dieses Jahr noch erleben möchte, muß sich allerdings sputen, denn im April ist es mit der Herrlichkeit vorbei. Dann hat sich der Frühlingssafran, wie der Krokus auch genannt wird, wieder verabschiedet. Der Sage nach soll die Pflanze durch den Burgherrn Benjamin Buwinghausen von Walserode von einer seiner Reisen in den Mittelmeerraum hierhergebracht worden sein und sich vom Burggarten ausgebreitet haben. die älteste Beschreibung des Zavelsteiner Krokus geht auf das Jahr 1825 zurück.
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Zavelstein ist jedoch auch ausserhalb der Krokussaison eine Touristenattraktion, war es doch bis 1975 die kleinste Stadt Deutschlands. Dann wurde das kleine Zavelstein von Bad Teinach geschluckt und der schöne Titel war futsch. Das "Städtle", wie es auch heute noch genannt wird, liegt unmittelbar vor den Mauern einer wildromantischen Burgruine und ist noch sehr gut erhalten und wird heute mehr denn je gehegt und gepflegt. Die Burg wurde um das Jahr 1200 von dem Calwer Grafen als Vogtburg erbaut und 1345 an die Grafen von Württemberg verkauft. Im Jahr 1367 aalte sich der Schwabengraf Eberhard II. in den warmen Wässerchen von Wildbad. Dabei wurde er von meinen Murgtäler Landsleuten, den Grafen von Eberstein, überfallen und ordentlich verdroschen. Es gelang ihm jedoch zu fliehen und seine braven Zavelsteiner versteckten und beherbergten ihn. Zum Dank verlieh ihnen der Schwabengraf fortan das Stadtrecht. Dies war für einen Ort mit kaum hundert Einwohnern eine ganz außergewöhnliche Auszeichnung. So lebte man im Städtle stolz und zufrieden vor sich hin bis zum Katastrophenjahr 1692. Da schickten nämlich die französischen Nachbarn den bösen Marschall Melac über den Rhein um ihre Politik der verbrannten Erde Wirklichkeit werden zu lassen. Was dieser Teufel in Menschengestalt auch buchstabengetreu umsetzte. Dieser Melac verschonte auch Zavelstein nicht und ließ nur Ruinen zurück. Diese Ruinen allerdings sind durchaus sehenswert und von einem Burgfried aus kann man weit über den Schwarzwald seine Blicke schweifen lassen. Eine hochinteressante Kirche, deren Wehrturm aus dem 12. Jahrhundert stammt, beherbergt die Grablege der Grafengeschlechter. Im ehemaligen Rathaus befindet sich ein sehenswertes Museum. Und die wenigen Wohnhäuser mit der zwei Meter dicken Stadtmauer sind es ebenfalls wert, daß man sie genauer anschaut.
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Nach dieser Sightseeingtour hab ich mein Schätzchen in ein kaum hundert Meter entfernt liegendes Hotelrestaurant eingeladen, wo wir uns ein phantastisches Stück Marmorkäsekuchen zu Gemüte führten und mit Cappucino und Kaffe hinunterspülten.
Euer Murgtäler 23. März 2005
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