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"Dort wo das alte Kirchlein auch noch stehet das unsre edlen Fürsten einst gebaut das schöne Türmlein in die Lüfte hebet zur Andacht ladend traut herniederschaut mein Bickesheim bei Durmersheim nicht weit vom stolzen Rhein- ist die liebe Heimat mein"
An der B36 ca. 10 km südlich von Karlsruhe steht direkt an der Strasse - rinsgherum zugebaut von Häusern der Gemeinde Durmersheim eine kleine Kirche. Niemand käme heute auf die Idee, anzunehmen, dass das die geistige Wiege der Markgrafschaft Badens war. Bereits 1930 feierte man hier ein bemerkenswertes Jubiläum "1000 Jahre Bickesheim". Schon um das Jahr 930 n. Chr. zur Zeit König Heinrichs I. stand hier ein Kirchlein aus Holz gebaut. Alle Badischen Markgrafen kamen regelmässig hierher, um zu beten und der Gnadenmutter ihre Anliegen und Sorgen vorzutragen. Erster urkundlich beglaubigter Ahnherr des Badischen Fürstenhauses ist Berthold I. von Zähringen. mit dessen Sohn Herrmann I. beginnt um 1050 n. Chr. die Reihe der Badischen Markgrafen. Dieser Herrmann verzichtete 1073 auf die weitere Herrschaft, weil er (schon damals gabs sowas) der Welt müde war. Mit den Worten : "laß o welt, o laß mich sein " zog er sich in das berühmte Benediktinerkloster Cluny in Burgund zurück. dort hütete er als einfacher Klosterbruder die Herde bis er 1092 starb. Zu diesem Zeitpunkt stand in Bickesheim schon eine steinerne Romanische Kapelle.
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Das Bickesheimer Asyl.
Schon im alttestamentarischen Israel, im Römischen Reich und bei den germanischen Völkern war das Asyl allgemein anerkannt. Von diesem Recht waren nur schwerste Verbrechen ausgenommen, vor allem Verbrechen, die an geweihten Orten begangen wurden. Dieses wichtige Asylrecht war durch die Badischen Markgrafen der Wallfahrtskirche in Bickesheim verliehen worden. Verbrecher und Verfolgte welche sich auf einen genau umgrenzten Bezirk um die Wallfahrtskirche flüchten konnten, waren so vor Festnahme und Verhaftung sicher. Dieses Asylrecht von Bickesheim hatte eine so große Ausdehnung, wie es sonst nur vom Kaiser zugestanden werden konnte. Ein Teil dieses heiligen Bereichs, welcher der weltlichen Gerichtsbarkeit entzogen war, hat sich bis heute im Bickesheimer Wasen erhalten, auf dem seit alter Zeit der Bickesheimer Markt abgehalten wird. Mit diesem Asylrecht bewahrte die Wallfahrtskirche Maria Bickesheim eine uralte germanische Tradition, wonach nämlich der Bereich des häuslichen Herdes als unantastbar galt. So musste zum Beispiel die Blutrache an der Schwelle des Hauses haltmachen. Hatte der Verfolgte die Schwelle überschritten, so war er in Sicherheit vor seinem Verfolger. Eine letzte Erinnerung daran hat sich bei uns noch in der Redensart erhalten: der kommt mir nicht über meine Schwelle..
Von diesem Asylrecht her ist es auch zu verstehen, warum die Gnadenmutter von Bickesheim schon immer unter dem Titel "Zuflucht der Sünder" angerufen und verehrt worden ist..
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Die Ebersteiner Rose.
Die Muttergottesfigur, die man auf dem ersten Bild sieht, ist eine Stiftung von Markgraf Rudolf I. und seiner Gemahlin Kunigunde von Eberstein. Sie ist ein frühgotisches Meisterwerk aus der Zeit vor 1280 und aus Lindenholz geschnitzt. Das besondere an der Figur ist einmal das Jesuskind das auf dem Schoß seiner Mutter steht und dann die goldene Rose in Marias rechter Hand. 1288 stiftete Rudolf noch kurz vor seinem Tod eine Nachbildung in die Fürstenkapelle des Klosters Lichtental. Mit dem Unterschied, dass die Lichtentaler Madonna einen Schlüsselbund in der Hand hält. Doch mit den Schlüsseln hat es wieder eine andere Bewandtnis. Zurück zur Madonna von Bickesheim mit der Rose. Die Rose war seit ewigen Zeiten das Wappen der Ebersteiner, der Murgtälergrafen, die zuerst hoch über Baden-Baden auf Alteberstein sassen. Danach nahmen sie ihren Wohnsitz hoch über der Murg in Gernsbach, wo sie ein prächtiges Schloß bauten. Wie kamen nun diese Ebersteiner zu ihrer Rose ? Folgende Geschichte ist überliefert : Im Auftrag des Kaisers weilte ein Graf Otto von Eberstein in Rom. Am Sonntag Laetare, dem Rosensonntag, übergab der Papst diesem Grafen Otto als besonderes Zeichen seiner Huld die Rose, die er selbst bei der Prozession getragen hatte. Ein kostbares Kleinod aus fünf Rubinen und einem Saphir in der Mitte. Diese Kostbarkeit, eingehüllt in einem Seidentuch, brachte der Graf mit nach Hause und machte die Rose zu seinem Wappenzeichen. Dieses Wappenbild hält die Madonna von Bickesheim heute noch als Zepter in ihrer Hand, obwohl die Ebersteiner längst im Staub der Geschichte dahingegangen sind. Noch aber thront die Herrin von Bickesheim und hält in ihrer Hand die Rose von Eberstein. Im Murgtal, und vor allem in Gernsbach ist die Ebersteiner Rose ebenfalls noch immer präsent. Sei es am Schloß hoch über der Murg oder am Brunnen auf der Hofstätte, der Gernsbach damals in zwei Hälften trennte, da die unter chronischem Geldmangel leidenden Ebersteiner die eine Hälfte an die Markgrafen von Durlach verscherbelt hatten. Doch das wäre wieder eine andere Geschichte.
Die Ebersteiner Rose auf dem Hofstättebrunnen in Gernsbach in roten Buntsandstein gemeisselt .
Hier haben wir das Wappen der Ebersteiner in Eichenholz geschnitzt an der Eingangstür von Schloß Eberstein.
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