Seltz

 

Kaiserin Adelheids Grab

 

Als ich heute morgen meinen Blick über den Vater Rhein hinüber schweifen ließ, ins benachbarte Elsaß und am jenseitigen Ufer, wie auf dem Bild, schemenhaft einige Gebäude der Nachbargemeinde Seltz ausmachen konnte, fiel mir die Geschichte von der Kaiserin Adelheid wieder ein :

Früher als der Rhein noch nach Herzenslust hin und her mäanderte, und manche Ortschaft mal rechts mal links des Stroms lag, andere von den Fluten ganz fortgerissen wurden, befand sich in oben erwähntem Seltz ein fränkischer Königshof. Das heute so bescheidene Seltz war damals richtig große Welt und sehr stark in die fränkische Reichsgeschichte eingebunden. Als Beispiel sei nur Adelheid die Gemahlin von Kaiser Otto I. erwähnt. Diese Adelheid, die später heiliggesprochene Kaiserin, besaß in Seltz einen Königshof und lies dort auch ein Mönchskloster errichten, in das sie sich im Alter zurückziehen wollte. Von den Armen und Kranken aus Seltz und Umgebung wurde sie Mutter genannt.
Bei der Einweihung des Klosters war auch ihr Enkel, Kaiser Otto III. zugegen. Dreimal war Adelheid Deutsche Kaiserin. Mit ihrem Gemahl Otto der Große, für ihren Sohn Otto II. und dann nochmal für ihren Enkel Otto III.
Am 16. Dezember 999 verlangte Adelheid in der Kapelle des Klosters nach der letzten Wegzehrung. Die Mönche stimmten die Sterbegebete an, das Herz der Kaiserin hörte auf zu schlagen.
200 Jahre später führte der Rhein mal wieder Hochwasser. er riß das Kloster mit sich fort und auch den Sarg der Kaiserin. Seitdem ruht Kaiserin Adelheid auf dem Grund des Rheins mitten zwischen dem Esass und Baden. daran dachte ich, als ich heute morgen über den Rhein nach Seltz hinüberblickte.

Euer Murgtäler                                                                 03.01.2005

 

Nacht

ein teppich ausgebreitet
von grün und aber grün
und meine seele schreitet
leis drüber hin...

das käuzchen weise schweiget
vom hohen aste dort.
der Abendschatten steiget
nun stetig fort...

und mein herz muss es fassen
wenngleich es doch nicht will,
nacht bettet es gelassen
zur ruhe still...
 

Ingmar


So sah es am 10. Januar 2005 in Forbach aus, als an der alten Murgbrücke die Sonne untergegangen ist.

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