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Maulbronn liegt zwischen Bruchsal und Stuttgart. Von Bruchsal aus ist es in einer halben Stunde zu erreichen. Wie verwundert war ich, als wir am Ostersonntag dort ankamen und vor dem Kloster ein Markttreiben wie in Florenz vor den grossen Kathedralen vorfanden. Gaukler, Geschenkartikel - von Kitsch bis Kunst - und Fresstände boten ein buntes Bild.
Zisterzienserklöster sind immer im Tal gebaut, so bot sich mir der erste Blick auf Kloster und Klosterstadt von der Höhe aus. Seine imposante Grösse ist beeindruckend. Und da fragte ich mich, wie hier der alte Ritter Walter von Lomersheim in Abgeschiedenheit leben wollte... Eigentlich hatte er vor auf seinem Erbgut Eckenweiher ein Kloster zu gründen. Doch Walter hat bald gemerkt, dass auf seinem Erbgut zu wenig Wasser und Bausteine waren. Verständlich, dass er keine Lust hatte, die Steine und Wasser von weither zu schleppen. Also besprach er sich mit seinem Chef, den damaligen Bischof Gunther zu Speyer. Der versetzte die Mönche kurzerhand nach Maulbronn. Allerdings erzählt die Legende eine viel schönere Geschichte: Auf der Suche nach einem besseren Bauplatz als in Eckenweiher, gaben die Mönche ihrem Esel einen Geldsack auf den Rücken und einen Segensspruch auf den Weg. Mit einem Peitschenhieb liessen sie den Esel lostraben.
An einer Quelle blieb der Esel stehn um seinen Durst zu löschen. Die braven Männer sahen hierin ein Zeichen des Himmels die Kirche an dieser Stelle bauen zu lassen... Von dieser Legende zeugt heute noch der Eselsbrunnen und das Maulbronner Wappen. 400 Jahre dauerte es, bis das Kloster fertig erbaut war. Und die günstige Lage von Maulbronn ( Direktverbindung nach Speyer) machte aus dem Kloster ein wirtschaftliches Gut. Noch heute sind die grossen Vorratsräume im Klosterareal zu sehen. Als 1504 der Herzog Ulrich von Württemberger Maulbronn und das Kloster eroberte, stand die ganze Gegend unter seinem Schutz. Aus politischen Gründen, war der Herzog evangelisch. Und ganz nach dem Spruch: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.., wurden die Maulbronner und auch das Kloster über Nacht protestantisch. Und ist es noch bis heute.
1993 wurde das Kloster Maulbronn von der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) in die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit aufgenommen und darf sich in einem Atemzug mit den Pyramiden von Gizeh, der chinesischen Mauer oder dem spanischen Escorial nennen lassen.
Im Kloster ist heute noch ein evangelisches Seminar untergebracht. Früher war es eine Schule für den Priesternachwuchs.
Vor dem Kloster erstreckt sich der mittelalterliche Marktplatz mit dem Rathaus, der Klosterapotheke und allen Fachwerkhäusern wie z. B. der alten Schmiede, wo heute eine ganz gutes Lokal untergebracht ist. Der Anblick lässt einem Glauben im Mittelalter zu sein.....
Ich geh wieder hin....
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