Freunde, der Platz den ihr hier so schön angelegt seht, das war vor ca. 350 Jahren eine öde und wüste Gegend. Der 30 jährige Krieg war soeben zu Ende gegangen, die Ortschaften und die umgebenden Fluren waren von den Schweden verbrannt und verwüstet, und die Bevölkerung nahezu ausgerottet. Man mußte oft stundenlang gehen, um einer Menschenseele zu begegnen. Und so geschah es, daß just an diesem Platz auf den Höhen des Nordschwarzwaldes eines tages ein junger Mann auf der Suche nach Überlebenden des Krieges einem Mädchen begegnete.     Vor Freude und Überraschung rief er den heute legendären Satz: "der alde Gott lebt also noch ". Die Beiden taten sich zusammen, heirateten und wurden unten im Tal seßhaft und pflanzten Reben an. Viele Jahre später wurde an der Stelle, wo sich die beiden trafen, ein Bildstock errichtet mit der Aufschrift: Der alde Gott lebt noch. Es ist der Bildstock, den ihr in der Mitte des Fotos sehen könnt.
Der Wein, der hier wächst, brachte es zu großem Ruhm und Ansehen und noch viel mehr Auszeichnungen. der Alde Gott von Sasbachwalden ist heute weit über den Horizont der badischen Weinberge hinaus bekannt und erfreut die Gaumen von Millionen von Viertelesschlotzern.

Und wie komm ich dazu euch diese Geschichte hier zu erzählen? Ihr werdet es kaum glauben, aber Schätzchen ist die Ursache. Sie arbeitet nämlich in Ettlingen in einem Feinkostgeschäft und erzählte mir, daß sie Weinflaschen auszeichnen musste, deren Inhalt so einen komischen Namen hatte und "alde Gott" hieß. Daraufhin hab ich sie gefragt, ob sie denn die Geschichte vom “alden Gott”” nicht kenne. Kannte sie nicht. Da hab ich ihr die Geschichte erzählt und ihr den Vorschlag gemacht, zu der Stelle, wo sich die Geschichte abgespielt hat, einen Osterspaziergang zu machen. Davon war sie natürlich hellbegeistert. Und so sind wir am Karsamstag nach Sasbachwalden gefahren und sind die Weinberge hochgewandert.

Sasbachwalden ist heute eines der schönsten Dörfer des Schwarzwaldes und mit mehreren Goldmedaillen des Ortsverschönerung Wettbewerbs ausgezeichnet. Außerdem glänzt der Ort durch eine sagenhaft gute Gastronomie, wovon Schätzchen und ich uns natürlich an Ort und Stelle überzeugt haben. Im Knusperhäuschen sind wir zum Kaffeetrinken eingekehrt. Ein urgemütliches altes Fachwerkhaus mit heruntergezogenen Deckenbalken, offenem Kamin und museumsreifer Ausstattung. Und was hab ich genascht ? ein köstlicher Schwarzwälder Früchteauflauf hat mir ganz vorzüglich gemundet, während mein geliebtes Schätzchen hausgemachten Käsesahnekuchen zum obligatorischen Cappuccino geschlabbert hat. Und was hat sie auf dem Heimweg mir ins Ohr geflüstert : "Du bisch da Bescht .." :-)))))

Euer Murgtäler                                                           28. März 2005

 

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